Freizeitspieler
Ist es die Motivation, jedes Spiel gewinnen zu wollen aber nicht mehr jedes Spiel gewinnen zu müssen? Ist es die Aussicht, selbst bald einen solch ausgereiften
und wohlgeformten Astralkörper wie seine Mitspieler (s. Foto) zu haben?
Ist es das gute Öko-Gewissen, als Amateur mit Kunststoffbällen auf höchstem Niveau spielen zu
dürfen, während für das von den Profis geschlagene Naturprodukt unzählige unschuldige Gänse
und Korkeichen gerupft bzw. geschält werden
oder
ist es einfach nur die prickelnde Atmosphäre der Metzinger Schönbeinhalle an einem lauen Sommerabend, wenn die schwüle Luft voll von Aromen schweißgetränkter Funktionsshirts mit den süßen Tönen geballter Frustschreie nach einem knapp an der Netzkante hängengebliebenen Schmetterschlag zu einem auf neudeutsch Total-Wellness-Event der besonderen Art verschmilzt?
Es gibt viele Gründe Freizeitspieler bei den Metzinger Badmintonis zu sein oder auch noch
zu werden. Der Hauptgrund aber ist: Weil es Spaß macht.
Zweimal die Woche treffen sich ehemalige Mannschaftsspieler und blutige Anfänger, alte Hasen
und junge Hüpfer, Männlein und (leider noch zu wenige) Weiblein, Metzinger und Non-Outletcity-
Citizens zu Einzel, Doppel oder Mixed. Hier findet mann/frau immer jemanden zum Spielen, Rennen und Quatschen.
Oder man beobachtet neidvoll das parallel stattfindende Training der Mannschaftsspieler, natürlich
immer mit dem Hintergedanken, dass man mindestens genauso gut geworden wäre, wären
da nicht Beruf, Ehe, Kinder, Zigaretten, Bier, Verletzungen,Alter etc. ... dazwischen gekommen.
Montag- und Mittwochabend zwischen 19:45 Uhr und 21:45 Uhr reichen ein Schläger und ein Ball aus, in Teil eines Großen und Ganzen, ein Salzkorn in der Suppe des Lebens, ein Zacken in der Krone des Sports ... einfach: um Mitglied bei den Freizeitspielern zu sein.
Früher oder später kommen sie alle.
Clemens Malecha